Reiseblog

Leinenlos Manufaktur

Winterwanderung

Corvara

Ein Bergdorf mit Charme

Corvara befindet sich in sonniger, idyllischer Lage mitten im Ski- und Wandergebiet
am Fuße des Sassongher auf 1.568 m Meereshöhe in den Dolomiten.

Corvara ist für Skifahrer ein Genuss und auch für Wanderer ein wunderschönes Erlebnis voller Überraschungen! Seit einigen Jahren habe ich das wunderschöne Privileg diesen Ort bereisen zu dürfen und auf den Ski, in perfekt präparierte Pisten, meine Spuren zu ziehen. Skifahren ist ein toller Sport und ein echtes Vergnügen, besonders bei beinahe grenzenlosen 1200 km Skipiste und einladenden Berghütten für eine kulinarische Pause.

Seit diesem Jahr habe ich auch das Winterwandern für mich entdeckt und habe gemeinsam mit meiner einjährigen Magyar Vizsla Hündin „Nova“ einige Gegenden besucht, die meinen Blicken als Skifahrer bisher verborgen blieben. Mit allen Sinnen konnte ich diese Orte wahrnehmen. Kennen Sie das Geräusch, wenn Wind über Berggipfeln rauscht? Das sanfte Pfeifen eines kühlen Stroms, welcher durch nichts unterbrochen wird?

Bevor wir unsere Unterkunft verlassen und mit unserer Wanderung starteten, mussten einige Vorkehrungen getroffen werden. Dazu zählte neben wind- und wetterfestem Outfit, ein festes Schuhwerk (in Novas Fall am Abend zuvor sorgfältig eingefettete Pfötchen), Proviant im Rucksack und eine einsatzbereite Kamera. Die Route und das Ziel hatte ich, umwoben von sehr viel Vorfreude, im Kopf. Wir starteten am Ortsausgang Corvaras (in Richtung Colfosco) und liefen auf einem präparierten Winterwanderweg eine kleine Anhebung hinauf in den Wald hinein. Schon nach den ersten Metern war mir klar, dass Novas Freude im Schnee unermesslich und Ihre Energie unersättlich war. Sie galoppierte fröhlich umher und sah in jedem Ästchen oder Tannenzapfen einen einmaligen Fund, welcher mir präsentiert werden musste. Ich lachte laut und bewunderte ihre Leichtigkeit. Die Luft war frisch und klar, die Sonne schien und ich war ehrlich dankbar für meine Sonnenbrille. So liefen wir entlang der Dolomiten am Sella-Massiv auf dem unter den Schuhen knirschenden Weg am Bach entlang bis hoch zu den imposanten Pisciadú Wasserfällen.

Währenddessen wurde unser Weg von Skifahren mit grinsenden Gesichtern gequert, die voller Adrenalin erfolgreich das Mittagstal durchquert hatten und heil im Tal angekommen sind. Bei dieser Begegnung fragte ich mich, wann ich zum letzten Mal in derart strahlende, fremde Gesichter blickte. Diese Frage beschäftigte mich eine Weile und lies mich zu dem Entschluss kommen, dass man es ruhig sehen darf, wenn man an einer Sache ordentlich Spaß hat und sich dabei nicht zurückhalten sollte, sondern diese einfach offenlegt und teilt.

Wir kamen immer wieder an tollen Kulissen vorbei, die ich mit meiner Kamera festhielt. Fotos erzeugen Stimmungen und in meinem Fall wecken sie Erinnerungen und Gefühle, die ich in dem Augenblick des Auslösens hatte.

Wie oben kurz angesprochen konnte ich die Wanderung mit allen Sinnen erleben. Meine Augen richteten den Blick oft nach oben zum gigantischen Bergmassiv. Meine Ohren lauschten dem Wind, der über die Berggipfel zog und dem Bach, welcher seinen Weg ins Tal suchte und sich dabei nicht von meterhohem Schnee aufhalten lies. Meine Finger suchten fast pausenlos den Knopf des Auslösers an meiner Kamera, um anschließend schnell wieder in meinen warmen Handschuhen zu versinken. Nicht zu vergessen ist der Duft von Schnee und nasser Rinde.

Einen kleinen Zwischenstopp machten wir bei den Pisciadú Wasserfällen und lauschten den herabfallenden Wassermengen, welche von einer dicken Eisschicht verdeckt und meinen Augen verborgen blieben. Wir überquerten Pisten, stiegen aufwärts durch das Bergdorf Colfosco vorbei an Ferienresidenzen, einer wunderschönen Kirche, Stallungen mit dunklen Holzfassaden und bestiegen eine Gondel, die uns auf den Berg trug. Auf einer Berghütte am Col Pradat auf ca. 2.000 m über Meereshöhe ergatterten wir einen Platz auf der Sonnenterrasse und genossen das wunderschöne Panorama und die italienisch-ladinische Küche.

Nach unserer Stärkung ging es wieder talwärts. Wir schlugen einen Höhenweg entlang des Sassongher in Richtung Corvara ein und genossen die Nachmittagssonne, die ihre Kraft auf Haut und Wangen deutlich zu spüren gab. Der Hang am Höhenweg war durch seine südliche Ausrichtung frei von Schnee und gab seine blassgrüne Bergwiese frei.

Ein wunderschöner Wandertag nahm sein Ende und wir schlossen diesen Tag an unserem Ausgangspunkt ab. Wer oft reist weiß, dass Reisen selbst immer ein Ende finden. Die Erinnerungen an diese Reise werden jedoch immer wieder aufgegriffen und sind ein unvergängliches, persönliches Souvenir!

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